Sept./Oktober 2018

Lieber Theaterbesucher!

Der junge Grieche fragte mich, was das Altsein bedeutet. Es bedeutet, sage ich ihm, dass ich das Leben vieler Menschen, die ich gekannt habe, übersehen kann. Es bedeutet, dass ich ihnen wie mir ein dreihundertjähriges Leben wünsche, um noch mehr zu übersehen, denn jede Spanne mehr, die man kennt, macht es staunenswerter, fragwürdiger, hoffnungsvoller, einsichtiger und unerklärlicher. (Elias Canetti, 1905-1994)

Jetzt als guter Fünfziger macht mir Elias Canettis Wunsch, ein dreihundertjähriges Leben zu leben, we-sentlich mehr Freude als meinen vergangenen Leistungen als Württembergischer Meister im Kunst-springen nachzutrauern. Ich halte mich mit Stepptanz, Krav Maga, Gartenarbeit, Jagdhorn, Sauhatz und Jodeln über Wasser – Lebensfreuden, von denen ich als junger Mann nie geträumt habe. Es stimmt tat-sächlich, dass der Körper älter wird, aber der Geist nicht. Bei Ihnen wird es nicht anders sein, und wir hoffen, das im Wortkino zu erleben!

Mit freundlichen Grüßen zum Frühherbst
Norbert Eilts

Empfehlung:

Am Sonntag, den 14. Oktober um 18 Uhr und am Donnerstag, den 18. Oktober um 19 Uhr zeigen wir spannende Unterhaltung mit Klassik: Mordskerle. Heinrich von Kleists berühmte Novelle „Der Zweikampf“ und Leo Tolstois Erzählung „Gott sieht die Wahrheit, aber sagt sie nicht sogleich“ sind zwei atemberaubende Kriminalstorys um Totschlag und Besitzgier. Zwei Meisterwerke des psychologischen Realismus. Zwei Beschuldigte werden rehabilitiert, zwei Mörder entlarvt.

Der aktuelle Spielplan steht für Sie unter www.wortkino.de für Sie bereit.

Wortkino/Dein Theater unterwegs:

Das Wortkino/Dein Theater zeigt weitere Gastspiele unter diesem Link.