Juni 2020

Liebes Publikum!

Kein Mensch erklärt die Rätsel der Natur,
kein Mensch setzt einen Schritt nur aus der Spur,
die seine Wesensart ihm vorschreibt,
und es bleibt der größte Meister doch ein Lehrling nur.

Omar der Zeltmacher
(Omar Chayyām, 1048-1131)

Es begab sich aber zu jener Zeit eine Pest, die beinahe die gesamte Menschheit ausgelöscht hatte, schrieb Prokopios von Caesarea (ca. 500-560) – die Justinianische Pest ist die erste historisch dokumentierte Pandemie der Weltgeschichte; ihr fiel fast die Hälfte der antiken Bevölkerung zum Opfer. Auf den Meeren trieben unbemannte Totenschiffe, in Konstantinopel starben bisweilen zehntausend Einwohner pro Tag – viele Menschen trugen Armbänder mit ihrem Namen, um nicht in einem Massengrab zu enden. Zeitgleich verdunkelte ein Vulkanausbruch im heutigen Indonesien jahrelang die Sonne und verursachte Wetteranomalien, Missernten und Hungerkatastrophen – Endzeitstimmung breitete sich aus. Wahnsinnige sahen sich von Dämonen besessen, einige wollten im Hafen Schiffe mit kopflosen Gespenstern gesehen haben. Die Pest führte zu einer gesteigerten Frömmigkeit mit Marien- und Bilderverehrung; Marienfeste wurden zu einem fixen Bestandteil des Kalenders, und die ersten angeblich Wunder wirkenden Ikonen tauchten auf – die Pandemie läutete den Untergang der Antike und den Beginn des christlichen Mittelalters ein. Da die Seuche durch die Jahrhunderte immer wieder hervorbrach, ließ der preußische König Friedrich I. in Berlin 1710 ein Pesthaus errichten, aus dem die Charité hervorging. Ende des 19. Jahrhunderts breitete sich erneut eine weltweite Pestwelle aus. Um sie einzudämmen, wurde 1907 auf einer internationalen Sanitätskonferenz in Paris das Office international d’hygiène publique eingerichtet, das später zur Weltgesundheitsorganisation WHO wurde.

Alles neu macht der Mai, und nun wird es Juni – im Juni öffnet das Wortkino unter Berücksichtigung der empfohlenen Abstands- und Hygienemaßnahmen mit coronagerechten Premieren wieder seine Pforten: Humor ist, wenn man trotzdem lacht mit Norbert Eilts, Wiedersehn macht Freude mit Gesine Keller, Martina Schott und Ella Werner und Wieder unterwegs mit Stefan Österle. In dieser überraschenden Zeit überraschen wir Sie im Wortkino ohne den gewohnten Spielplan mit einer täglichen Immuntherapie gegen die Zumutungen des Alltags – Theater liefert uns den Impfstoff der Möglichkeit. Die Vorstellungsdauer richtet sich nach den Öffnungsformalien – rufen Sie uns an (Kartentelefon 07 11 - 262 43 63), wir informieren Sie gerne. Falls Sie keine Möglichkeit haben sollten, das Wortkino zu besuchen, kommen wir auch zu Ihnen. Wir vermissen Sie und freuen uns darauf, Sie wiederzusehen!

Mit freundlichen Grüßen und allen guten Wünschen für Ihre Gesundheit,
Norbert Eilts für das Ensemble

PS Wenn Sie uns für die kommenden Wochen weiter unterstützen möchten, freuen wir uns über Zuwendungen. Bitte bedenken Sie, dass wir Ihnen keine Spendenbescheinigung ausstellen können (Dein Theater, GLS Bank, IBAN: DE05 4306 0967 7037 0509 01, BIC: GENODEM1GLS).

PS Wenn Sie uns für die kommenden Wochen unterstützen möchten, freuen wir uns über Zuwendungen. Bitte bedenken Sie, dass wir Ihnen keine Spendenbescheinigung ausstellen können.

Dein Theater
GLS Bank
IBAN: DE05 4306 0967 7037 0509 01
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Empfehlung:

Es gibt bis heute 17 Ton- und Filmaufnahmen des Dein Theater-Ensembles unter: www.deintheater.de

Der aktuelle Spielplan steht für Sie unter www.wortkino.de bereit.

Wortkino/Dein Theater unterwegs:

Das Wortkino/Dein Theater zeigt weitere Gastspiele unter diesem Link.