Fisch ohne Fahrrad

Leben, Schicksal und Dichtung von Mascha Kaléko

Sie galt als die „leise Stimme Berlins“: Mascha Kaléko, 1907 in Galizien geboren, verbrachte ihre „paar leuchtenden Jahre“ in den Dreißigerjahren in der Hauptstadt, wo ihre Karriere als Schriftstellerin mit dem „Lyrischen Stenogrammheft“ blitzartig begann. Der frech-subtile Ton ihrer Gedichte, die sich oft um Alltägliches und Beobachtungen des Lebens in der Großstadt drehten, kippte bisweilen in eine charmant-schnodderige Traurigkeit und fing damit das Lebensgefühl jener Zeit perfekt ein. „Hell glitzern Fenster auf der Tauentzien. Man kann sich herrlich ziellos treiben lassen. Da protzen Cafés mit dem bisschen Grün und geben sich nebst Efeu als ‚Terrassen‘.“
1938 muss sie als Jüdin emigrieren, sie zieht mit ihrer Familie nach New York, wo die Minetta Street ihre neue Adresse wird. Ende der Fünfzigerjahre erfolgt die Übersiedlung nach Jerusalem. Ihr Leben, geprägt von schmerzlichen Verlusten und dem nie mehr vergehenden Gefühl der Fremdheit, wird zum Stoff für ihre „im besten Sinn volkstümlichen Gedichte“ (Daniel Kehlmann, Vorwort zu „Ich tat die Augen auf und sah das Helle. Gedichte und Prosa“, München 2024). Obwohl ihre Bücher nach dem Krieg mitunter sehr hohe Auflagen erreichen und sie immer wieder in ihre alte Heimat zurückkehrt, bleibt ihr der ganz große Ruhm zu Lebzeiten verwehrt. „Mir ist zuweilen so, als ob das Herz in mir zerbrach. Ich habe manchmal Heimweh. Ich weiß nur nicht, wonach …“
Barbara Mergenthaler und Katharina Reich nähern sich dem Leben und Werk der Dichterin anhand ihrer Lyrik und Biografie in szenischen Momenten.
Ein zeitloser Abend über Mascha Kaléko, ihre philosophische Neugier, poetische Beharrlichkeit, ihre Suche nach Heimat, Identität und dem Sinn des Lebens. Zeitlos und aktuell.

Spieldauer:

ca. 1¾ Stunden, mit Pause